Eglė Tauraitė
11. Dezember 2024
Der Schriftsteller, Übersetzer und Journalist Cornelius Hell besuchte Vilnius anlässlich des 40. Jahrestags nach seinem ersten, damals zweijährigen Aufenthalt an der Universität Vilnius.
Am 1. Oktober besuchte Cornelius Hell den Lehrstuhl für Deutsche Philologie, an dem er am Anfang seiner Karriere zwei Jahre lang als österreichischer Lektor tätig war, und hielt im Krėvė-Raum der Universität Vilnius einen Vortrag in deutscher Sprache zum Thema „Nichts ist übersetzbar. Also kann man auch alles übersetzen. Probleme bei der Lyrikübersetzung aus dem Litauischen ins Deutsche am Beispiel von Tomas Venclova“. Unter den Zuhörern waren die ehemaligen und jetzigen Studierenden der deutschen Sprache an der VU, Kolleginnen und Kollegen von der Universität Vilnius, Freunde, Übersetzer und interessierte Gäste. Der Dekan der Philologischen Fakultät, Prof. Dr. Mindaugas Kvietkauskas, begrüßte alle Teilnehmenden zu Beginn des Vortrags und hielt auch ein Schlusswort.
Cornelius Hell kam 1984 nach Litauen und unterrichtete zwei Jahre bis 1986 an der Universität Vilnius deutsche Sprache und österreichische Literatur. Zu der Zeit begann er Litauisch zu lernen und ist heute ein bekannter Übersetzer schöngeistiger Werke und Dichtung aus dem Litauischen ins Deutsche. Sein Werk hat dazu beigetragen, die litauische Literatur und Kultur einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Wie der Autor in dem von Ernesta Kazakėnaitė geleiteten Podcast der Philologischen Fakultät „Kalba kalba“ betonte, ist es für ihn besonders wichtig, dass die Menschen in den deutschsprachigen Ländern die litauische Literatur und Poesie kennenlernen, lesen und sich dafür interessieren: „Vielleicht ist das meine Mission,“ sagte Cornelius Hell. Das größte Ziel des Übersetzers ist nun die Veröffentlichung einer Anthologie der litauischen Lyrik.
Cornelius Hell hat für seinen Beitrag zur litauischen Kultur verschiedene Auszeichnungen erhalten, wie den Heiligen Hieronymus-Preis (2010), den Preis des Kulturministeriums der Republik Litauen „Tragt euer Licht und glaubt“ (2015) und den Österreichischen Staatspreis für Übersetzungen litauischer Literatur ins Deutsche (2019).

Cornelius Hell hält einen festlichen Vortrag an der Philologischen Fakultät der Universität Vilnius. Foto: Vaiva Žeimantienė